Verbandswechsel PEG/PEJ
Definition
Eine PEG/PEJ-Sonde besteht aus durchsichtigem flexiblem Kunststoff. Sie ermöglicht eine schnelle und komplikationsarme Ernährung für Kunden, denen eine orale Nahrungszufuhr auf absehbare Zeit nicht ausreichend oder gar nicht mehr möglich ist. Dies betrifft etwa Kunden mit Apoplex, Demenz oder dem apallischen Syndrom.
Grundsätze
- Wir arbeiten eng mit dem behandelnden Arzt zusammen. Alle Maßnahmen werden sorgfältig mit dem Arzt besprochen.
- In den ersten Tagen nach Neuanlage einer PEG/PEJ sind Schmerzen nichts ungewöhnliches.
- Der Kunde muss dem Verbandswechsel zustimmen.
- Soweit nicht anders verordnet, erfolgt der Verbandswechsel nach Neuanlage zunächst täglich.
- Nach weitgehender Abheilung der Wunde reicht es, den Verband alle zwei bis drei Tage zu wechseln.
- Wenn die Wunde vollständig abgeheilt und reizlos ist, kann nach Rücksprache mit dem Arzt vollständig auf einen Verband verzichtet werden.
- Der Verbandswechsel erfolgt im Rahmen der morgendlichen Grundpflege.
- Auf Allergien (z.B. gegen Pflaster) ist zu achten
- Eine Mobilisation, der inneren Halteplatte muss mehrfach in der Woche erfolgen, um ein Einwachsen (siehe Durchführung, Buried-Bumper-Syndrom) zu vermeiden.
Ziele
- Bei einer neu angelegten PEG/PEJ soll die Wunde komplikationsfrei verheilen.
- Es soll sich ein ausgranulierter Wundkanal bilden.
- Entzündungen sollen vermieden werden.
- Die Halteplatte soll mobilisiert werden, darf also nicht etwa in die Magenschleimhaut einwachsen.
- Durch eine sorgfältige Pflege soll die PEG/PEJ möglichst lange funktionsfähig bleiben.
Vorbereitung
Material
- 2 sterile Schlitzkompressen (5 mal 5 cm)
- 2 Paar sterile Handschuhe und eine Einmalplastikschürze
- 4 sterile Kompressen (5 mal 5 cm)
- 1 sterile Einmalpinzette
- 4 sterile Watteträger
- Stretchpflaster
- Schere
- Reinigungslösung (Ringerlösung) für die Beseitigung von starken Verkrustungen
- Abwurfbehälter
- Haut- und Wunddesinfektionsspray
- Händedesinfektionsmittel
Zusätzlich werden folgende Maßnahmen getroffen
- Wir informieren den Kunden über den Zweck des Verbandswechsels.
- Es werden ggf. Maßnahmen zur Wahrung der Intimsphäre getroffen
- Der Kunde wird in eine flache Rückenlage gebracht.
Durchführung
- Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion=> Standard Desinfizieren der Hände durch und zieht sterile Handschuhe an.
- Der alte Verband wird vorsichtig abgelöst und danach entsorgt.
- Die Halteplatte wird gelöst und senkrecht aufgestellt.
- Die Wunde wird untersucht. Zu achten ist auf:
- Blutungen (nur direkt nach der Neuanlage normal)
- Rötungen
- Schwellungen
- Verhärtungen
- Sekretion
Ggf. werden die Handschuhe entsorgt. Die Pflegekraft führt ggf. eine zweite hygienische Händedesinfektion durch und zieht erneut sterile Handschuhe an. Die Halteplatte, die Einstichstelle und die Sonde werden mit Desinfektionsspray behandelt. Es ist unverzichtbar, dass die Haut und PEG/PEJ -Bestandteile abtrocknen können. Es könnte sonst eine feuchte Kammer entstehen, die eine Wundinfektion begünstigen würde. Außerdem sollte vermieden werden, dass Desinfektionsmittel in die Wunde sickert.
- Die Haut rund um die Einstichstelle wird mit einer Mullkompresse gereinigt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Reinigung von innen nach außen erfolgt.
- Die Haut wird ggf. mittels Ringerlösung/NaCl von verbleibenden Krusten befreit. Die Krusten werden von der Pflegekraft vorsichtig gelöst und entfernt.
- Die äußere Halteplatte und die Sonde werden per Mullkompresse gesäubert.
- Um die Sonde zu mobilisieren, wird diese leicht gedreht und ein bis zwei Zentimeter in das Magenlumen eingeschoben. Damit wird ein Einwachsen der Halteplatte verhindert.
Das Buried-Bumper-Syndrom (BBS; englisch für vergrabene Halteplatte) ist eine Komplikation bei liegender perkutaner endoskopischer Gastrostomie (PEG), also einem äußeren Magenzugang. Die PEG-Sonde ist innerhalb des Magens an einer inneren Halteplatte befestigt, um das Herausrutschen der Sonde zu verhindern. Diese innere Halteplatte liegt der Magenwand im Normalfall lose an. Beim Buried-Bumper-Syndrom kommt es zum Einwachsen der Platte in die Magenwand. Zur Vorbeugung sollte eine regelmäßige Mobilisation der inneren Halteplatte mehrmals wöchentlich (im Rahmen des Verbandswechsels) erfolgen.
- Die Bestandteile der Sonde werden auf Beschädigungen untersucht.
- Zwischen Halteplatte und Bauchdecke werden zwei Schlitzkompressen um die Sonde gelegt.
- Die Sonde wird vorsichtig zurückgezogen, bis die Pflegekraft den Widerstand der inneren Halteplatte spürt.
- Die äußere Halteplatte wird mit einem Spielraum von nicht mehr als 10mm fixiert. Wichtig: Wenn der Druck zu groß ist, drohen Druckstellen und sogar Nekrosen. Bei zu geringem Druck kann der Stomakanal nicht ausgranulieren und es drohen Wundinfektionen.
- Die Sonde wird mittels Stretchpflaster fixiert. Dabei ist ein Abknicken zu vermeiden.
Nachbereitung
- Entstandener Abfall wird entsorgt.
- Verwendete Hilfsmittel werden gereinigt und desinfiziert oder entsorgt.
- Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion durch.
- Bei ungewöhnlichen Befunden ist umgehend der Arzt zu benachrichtigen.
- Der Verbandswechsel wird im Leistungsnachweis vermerkt.
- Etwaige Reaktionen des Kunden auf den Verbandswechsel werden im Berichtsblatt dokumentiert.
- Der Zustand der Wunde wird in der Wunddokumentation vermerkt.
- Der Kunde wird korrekt gelagert.




