Unsere stellvertretende PDL erklärt euch das Eisbergmodell und wie es im Pflegedienst Anwendung findet.

Kommunikation in der Pflege - Das Eisbergmodell

Unsere stellvertretende PDL Sebastian ist im Berufsalltag tagtäglich im Austausch mit Mitarbeitenden. Dabei kommt es häufig auf die Kommunikation an – egal ob verbal oder nonverbal. In den folgenden Blog-Beiträgen gibt er euch einen Überblick über die verbreitetsten Kommunikationsmodelle und wie diese Anwendung in der Pflege finden.
Heute: Das Eisberg-Modell.

Unsere stellvertretende PDL erklärt euch das Eisbergmodell und wie es im Pflegedienst Anwendung findet.

Kommunikation in der Pflege

In meinem Berufsalltag als stellvertretende Pflegedienstleitung treffe ich auf viele Menschen und führe die unterschiedlichsten Gespräche mit ihnen. Kurzum: es wird rund um die Uhr kommuniziert.

Die Kommunikation ist ein Thema, das Menschen tagtäglich sowohl im privaten als auch im Arbeitsumfeld konfrontiert und teils auch vor Herausforderungen stellt. Darum werfen wir in den kommenden fünf Blogeinträgen einen Blick auf die Kommunikation, damit diese möglichst reibungslos erfolgen kann. Im Laufe der Zeit wurde von verschiedenen Personen unterschiedliche Kommunikationsmodelle entwickelt.

Neben dem Berufsleben wird selbstverständlich auch im Alltag täglich kommuniziert. Dabei müssen vor allem Fachkräfte in der Pflege klare, situationsangemessene Gespräche führen und Anweisungen geben. Durch schlechte Kommunikation entstehen leicht Schwierigkeiten, die zu größeren Konflikten führen können. Dadurch wird die Beziehung zwischen Kollegen, Patienten und Angehörigen oder Führungskräften und Mitarbeitern belastet. Das beeinflusst nicht nur die Beziehung zwischen den Konfliktparteien, sondern auch das gesamte Arbeitsumfeld.

Ein ungelöster, langanhaltender Konflikt verhärtet sich mit der Zeit. Eine Lösung wird so schnell immer schwieriger und die negativen Effekte auf die Arbeitsatmosphäre und die Pflegequalität können länger anhalten. Damit es erst gar nicht so weit kommt, schauen wir uns gemeinsam fünf Modelle an, wie man erfolgreich kommunizieren kann.

Das Eisbergmodell - Eisberg voraus

Der Eisberg spielte nicht nur bei der Titanic eine weitreichende Rolle, sondern auch in der Kommunikation. Der Eisberg wird als Symbolbild für die Kommunikation zwischen Menschen gesehen. Diese Giganten befinden sich ca. 20 % oberhalb des Wassers, die übrigen 80 % sind unter der Wasseroberfläche verborgen. Genauso ist es auch bei der menschlichen Kommunikation.

Die 20% des Eisbergs, die oberhalb der Wasseroberfläche liegen und damit sichtbar sind, machen die bewusste Sachebene aus. Das sind alle Fakten und Informationen, die du deinem Gesprächspartner durch deine Worte mitteilst. Die verborgenen 80% und damit der weitaus größere Teil, ist die unbewusste und unsichtbare Beziehungsebene. Damit sind deine Gefühle, Wertvorstellungen und Motive gemeint. Du kannst sie durch Mimik oder Tonfall andeuten, dein Gesprächspartner kann aber nie alle deine persönlichen Hintergründe erfassen. Trotzdem machen sie 80% aus, also weit mehr als die Hälfte der Informationsweitergabe! Darüber muss man sich unbedingt bewusst sein, denn viele deiner persönlichen Hintergründe sind für deinen Gesprächspartner unbekannt.

Das Eisbergmodell ist ein wichtiges und bekanntes Modell in der Kommunikation.

Was bedeutet dieses Modell nun für uns im Pflege-Alltag?

Wenn ich als stellvertretende Pflegedienstleitung mit ruhiger Stimme und freundlichem Gesichtsausdruck (Beziehungsebene) einen Mitarbeiter frage, ob es möglich wäre, morgen die Frühschicht zu übernehmen (Sachebene), so hat diese Frage eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit, als wenn ich dieselbe Frage mit erhobener Stimme und unfreundlichem Gesichtsausdruck stellen würde. Anhand des Beispiels wird nochmal deutlich, dass dieselbe Sache durch unterschiedliche Beziehungsebenen eher gelingen oder misslingen kann.

Das wars zum ersten Kommunikationsmodell

Das war der erste Blog-Beitrag zu den Top 5 Kommunikationsmodellen in der Pflege. Ich hoffe der Input war für euch hilfreich und praxisnah. Schaut regelmäßig auf unserem Blog vorbei und verpasst so keine weiteren Beiträge mehr!

Wenn ihr mehr über mich und meine Funktion bei der Beatmungspflege24 erfahren möchtet, dann besucht gerne unsere Homepage 🙂

Besucht regemäßig unseren Blog und erfahrt mehr über Kommunikation in der Pflege!

Die Akademie wird von Florian Langgärtner geleitet.

Examen in der Pflege - Mit diesen 7 Tipps schafft ihr es

Erfolgreich durch das Examen

Unsere Akademieleitung Florian hat 2016 sein Examen zum Gesundheits- und Krankenpfleger gemacht. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Dozent unterrichtet er an vielen Pflegeschulen wie dem maxQ. Dort wird er von Auszubildenden in der Altenpflege oft nach hilfreichen Tipps für die Vorbereitung auf das Examen gefragt. In seinem Blog-Beitrag gibt er euch hilfreiche Tipps & Infos, damit auch ihr euer Examen zum Altenpfleger / zur Altenpflegerin erfolgreich absolviert. Natürlich gelten diese Tipps auch für Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Pflegefachmann / Pflegefachfrau.

Florian gibt euch Tipps zur optimalen Vorbereitung auf euer Examen

Ich habe mir 2016 vor meinem Examen zum Gesundheits- und Krankenpfleger bei den heutigen ViDia Kliniken viele Gedanken gemacht. Meine Klassenkameraden und ich haben uns viel ausgetauscht und auch die Praxisanleiter waren bei der Vorbereitung eine große Hilfe. Die Gedanken und Tipps gebe ich bei der Arbeit mit unseren eigenen und auch externen Auszubildenden gerne weiter. Auch hier auf unserem Blog möchte ich diese mit euch teilen. Natürlich sind sie etwas generell gehalten, aber wenn ihr die Tipps auf die Praxis und eure Einrichtung und zu Pflegenden anwendet, werdet ihr bestimmt ein erfolgreiches Examen haben. Das wiederum ermöglicht euch den Start in einem großartigen und vielseitigen Beruf! 🙂 🦸‍♀️ 🦸

Die praktische Examensprüfung

Zu Beginn der Vorbereitung für das praktische Examen haben wir uns erst einmal bewusst gemacht, dass alles passieren kann – genauso wie im wahren Berufsalltag. Allerdings wird bei der Auswahl der zu Pflegenden, die ihr im Examen versorgen sollt, darauf geachtet, dass diese stabil und kooperativ sind. Jeder – sowohl die Schule als auch die Einrichtung – ist natürlich daran interessiert, dass ihr das Examen besteht!

Tipp #1: Legt euch eine Liste an

Zur Vorbereitung könnt ihr euch eine Liste machen, worauf eure Praxisanleitenden und Lehrer in den vergangenen Jahren bei euch und euren Klassenkameraden besonders Wert gelegt haben (z.B. Besonderheiten bei der Hygiene, Kommunikationsform, Auftreten etc.). Das kann euch weiterhelfen und so habt ihr einen Überblick, was vielleicht besonders wahrscheinlich ist und was nicht.

Tipp #2: Seid selbstbewusst!

Wenn es dann bei eurem Examen ernst wird: Seid immer selbstbewusst und macht das was ihr macht mit Überzeugung! Das hat meistens schon eine andere Wirkung als ein unsicheres Auftreten. So hinterlasst ihr beim Prüfer den Eindruck, dass ihr wisst, was ihr tut. Außerdem habt ihr eure Ausbildung ja nicht umsonst gemacht und habt auch was drauf!

Tipp #3: Vorbereitung auf den Worst Case

Was für das praktische Examen zur Pflegefachkraft sicher auch extrem hilfreich ist, ist die Vorbereitung auf den Worst Case. Überlegt euch bzw. versucht euch vorzustellen, was der schlimmste Fall sein könnte und was dann passieren könnte. Zum Beispiel, wenn euer moderat demenziell erkrankter Bewohner eure geplanten Interventionen konsequent ablehnt. Wenn ihr das im Kopf schon einmal durchgespielt habt, kommt ihr an dem Tag nicht in den Stress zu überlegen „Was wäre wenn?“ Der Stress beim praktischen Examen entsteht meistens genau durch diese Frage. Natürlich wisst ihr nicht, welche zu Bewohner bzw. Patienten ihr bekommt, aber der Ablauf bei solchen Situationen bleibt bei allen Menschen relativ gleich.

Die schriftliche Examensprüfung

Vorab: hier hilft hauptsächlich leider nur lernen. Ihr habt in euren drei Ausbildungsjahren einiges an Theorie beigebracht bekommen – das war auch nicht umsonst. Sicher gibt es Dinge, die ihr in eurem Pflege-Alltag nicht mehr brauchen werdet… Genauso gibt es aber auch Themen bzw. Inhalte, die euch immer wieder begegnen.

Tipp #4: Notfallstrategien für alle Zu-Spät-Lerner

Wenn ihr früh genug mit Lernen angefangen habt, könnt ihr diesen Tipp direkt überspringen. Denn prinzipiell solltet ihr für die Prüfung frühzeitig mit eurer Vorbereitung anfangen. Erstellt euch am besten einen Lernplan. Solltet ihr dennoch etwas später dran sein, dann kann euch eine der zwei folgenden Strategien helfen:

Ihr könnt den Fokus auf bestimmte Themen legen, die vielseitig anwendbar sind (z.B. Kommunikationsmodelle oder Pflegekonzepte) und so die Prüfer überzeugen.

Eine andere Möglichkeit ist das „gefährliche Halbwissen“ 😉 Versucht, euch über möglichst alle Themen zumindest einen groben Überblick zu verschaffen.

Tipp #5: Informiert euch über Prüfungsaufgaben der Vorjahre

Wie auch in anderen Branchen, so wiederholen sich auch im Pflegeberuf die Prüfungsthemen alle Jahre wieder. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, dass ihr euch die Prüfungsaufgaben der vergangenen Jahre besorgt und mit diesen lernt. Dadurch bekommt ihr ein Gefühl, wie die Fragen/Aufgaben gestellt sind und was von euch verlangt wird. Achtet auch darauf, ob es bei den Aufgaben Parallelen zwischen den einzelnen Prüfungsjahren gab bzw. gibt.

Die mündliche Examensprüfung

Noch einmal Zähne zusammenbeißen - dann habt ihr es geschafft! Auch wenn für viele die mündliche Prüfung eine große Herausforderung darstellt und hier die Aufregung häufig am größten ist, kann ich euch beruhigen: mit guter Vorbereitung meistert ihr auch das mit meinen Tipps ohne Probleme!

Tipp #6: Redet!

In der mündlichen Prüfung zählt vor allem: reden, reden, reden! Erzählt alles, was ihr über das Thema wisst. Je überzeugter ihr darüber berichtet und je selbstbewusster ihr dabei wirkt, desto besser. Wenn ihr ein Beispiel aus der Praxis habt, denkt an dieses Beispiel und was ihr in diesem Fall macht oder mitbekommen habt von bereits examiniertem Personal.

Tipp #7: Seht Fragen als Chance!

Lasst euch durch Fragen nicht verunsichern. Die Lehrer dürfen und sollen Fragen stellen, das ist kein Anzeichen für einen schlechten Verlauf! Genauso helfen euch die Lehrer, wenn ihr mit eurer Erklärung auf einem „falschen“ Weg seid. Das ist auch kein Problem. Vielmehr ist es ein Hinweis, was sie gerne noch hören würden bzw. welchen Schwerpunkt die Antwort haben soll. Vielleicht ist es auch eine vertiefende Frage, die euch eine bessere Note beschert…

Viel Erfolg!

Das waren meine (hoffentlich hilfreichen) Ratschläge für euer anstehendes Examen zum Altenpfleger – bzw. Pflegefachmann / Pflegefachfrau. Ich hoffe, die Tipps haben euch geholfen und freue mich, dass ihr bald Kollegen und Kolleginnen seid!

Wenn ihr mehr über meine Arbeit bei der Beatmungspflege24 erfahren möchtet, dann besucht gerne die Seite der Beatmungspflege24 Akademie 🙂

Die Akademie wird von Florian Langgärtner geleitet.

Mélanie kam direkt nach dem Studium zur Beatmungspflege24

Meine ersten Tage in der FabIE® Gerstenbrand - Mélanie berichtet

Nach dem Studium zum Intensivpflegedienst Beatmungspflege24

Unsere examinierte Pflegekraft Mélanie hat direkt nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerein ein Bachelor-Studium der Angewandten Gesundheitswissenschaften absolviert. Anschließend entschied sie sich für die Intensivpglege und kam zu uns ins Beatmungspflege24-Team. Seit Februar 2022 arbeitet sie nun in der FabIE® Gerstenbrand. In ihrem Erfahrungsbericht erzählt Mélanie über die Einarbeitung und ihre ersten Tage in unserem Intensivpflegedienst.

 

Wie war meine Zeit zwischen Vorstellungsgespräch und dem erstem Arbeitstag?

Mélanie kam direkt nach dem Studium zur Beatmungspflege24Die Zeit zwischen dem Vorstellungsgespräch und dem ersten Arbeitstag verging schnell und voller Vorfreude. Glücklicherweise hatte ich relativ flott eine feste Zusage für die FabIE® Gerstenbrand in Jöhlingen. Dann verlief die Vorbereitung auf die Anstellung: Der Arbeitsvertrag und alles Relevante dazu wurde in einem persönlichen Gespräch mit der stellvertretenden Pflegedienstleitung Sebastian gemeinsam durchgesprochen und alle wurden Fragen geklärt. Dann erhielt ich noch die Dienstkleidung und bald darauf den Dienstplan sowie die Infos zur Einarbeitung. Auch erhielt ich den Zugang zu allen Standards und Verfahrensanweisungen, sodass ich mich schon vor Dienstbeginn etwas in die Abläufe in der FabIE® einlesen konnte.

 

Wie lief meine Einarbeitung ab?

Zur Einarbeitung hatte ich drei sehr intensive Tage, in denen ich durch den Team- und Praxisanleiter des FabIE® Gerstenbrand auf die Versorgung der Patient: innen vorbereitet wurde. Am ersten Tag bin ich erstmal mehr mitgelaufen und habe mir alles ausführlich zeigen und erklären lassen. In den zwei weiteren Tagen habe ich insbesondere die für mich neuen Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Pflege eines Tracheostoma unter Anleitung selbstständig durchgeführt. Daneben erhielt ich eine intensive Einweisung in die verwendeten Geräte und Beatmungs- bzw. Ernährungsapparate. Dabei bestand die ganze Zeit ein offenes Ohr für meine vielen Fragen. Auch hatte ich die Zeit, die Patient:innen kennenzulernen und erhielt eine ausführliche Übergabe, um sie auch individuell versorgen zu können. Am Ende des dritten Tages fühlte ich mich soweit gut vorbereitet und konnte mich im Umgang mit den Gerätschaften und allem weiteren üben. Ich wurde mehrfach gefragt, ob ich mich für den ersten Dienst alleine sicher fühlte. Bei Bedarf hätte ich noch weitere Tage zur Einarbeitung bekommen können.

 

Wie waren meine ersten Tage?

Unsere Pflegekraft Mélanie sitzt am Schreibtisch in der FabIE GerstenbrandTrotz der intensiven Einarbeitung hatte ich während meiner ersten Arbeitstage ein leicht mulmiges Gefühl – die Versorgung von beatmeten und tracheostomierten Patient:innen bedeutet ja nochmal eine höhere Verantwortung. Ich konnte mich bei Unsicherheiten aber an der ausführlichen Dokumentation zu den Stationsabläufen orientieren, sodass ich nichts vergessen konnte. Als ich dann doch eine offene Frage hatte, konnte ich die Kollegin anrufen, die in der FabIE® Tavalaro in Berghausen arbeitete. Darüber hinaus besteht auch ein Hintergrunddienst, den man zur Not jederzeit kontaktieren kann. Auch hatten die Kolleg:innen, die ich im Schichtwechsel traf, stets ein offenes Ohr.

 

Wie es mir heute geht

Mittlerweile sind zwei Monate in der FabIE® Gerstenbrand vergangen und ich fühle mich deutlich sicherer. Immer wieder habe ich zwar noch eine Frage, aber es gibt nichts, was sich nicht schnell klären ließe. Schön ist, dass man für die Patient:innen endlich genug Zeit hat, um eine ganzheitliche Pflege durchzuführen. Außerdem fühle ich mich im Team sehr wohl und freundlich aufgenommen. Auch die Pflegedienstleitung kann ich bei Anliegen jederzeit ansprechen und ich fühle mich mit meinen Wünschen zur beruflichen Weiterentwicklung voll berücksichtigt und auch ernst genommen.


Mit unserem Pflegekonzept NTR gelingt es uns, Patient:innen gezielt zu fördern und deren Potenziale ausschöpfen.

Lernen mit Wachkoma-Patienten: Neuroplastisches Training nach Ramin (NTR)

Lernen mit Patienten im Wachkoma – hierfür entwickelten wir  gemeinsam mit unseren Pflegekräften ein eigenes Pflegekonzept: Neuroplastisches Training nach Ramin (NTR).

Patient:innen, die nach dem NTR betreut werden, erhalten ein auf sie und ihre Beeinträchtigung individuell angepasstes Behandlungsangebot.

Das Neuroplastische Training nach Ramin (NTR) ist eine pflegerische Konzeption, um mit Patienten im Wachkoma oder ähnlichen schweren neurologischen Wahrnehmungsstörungen zu lernen. Dabei ist festzuhalten, dass das Koma selbst keine Erkrankung ist. Die häufigsten Auslöser sind Erkrankungen des Gehirns – wie Hirnhautentzündung, Schlaganfall, Unfälle mit Schädel-Hirn Trauma, Einblutungen, endokrine Stoffwechselstörungen, speziell Sauerstoffmangel, Über-/Unterzuckerung, sowie Vergiftungen durch Gifte, Narkosemittel oder Drogen. In der Vergangenheit wurden viele pflegerische Ansätze erarbeitet, die vorrangig versucht hatten, durch bestimmte Arten der Pflege und Positionierung, einen Zugang zu den Betroffenen herzustellen.

 

Das NTR legt drei Erkenntnisse zu Grunde:

  1. Menschen lernen immer, lebenslang. Das gilt auch für Patienten im Wachkoma. Das lebenslange Lernen umfasst dabei keine Bildung im herkömmlichen Sinn, sondern praktische Erfahrungen. Es geht bei Lernen im Koma um niederschwellige Erkenntnisse, also um impliziertes Lernen.
  2. Die Übungen machen sich die Neuroplastizität zu Nutze. Neuroplastizität beschreibt ausschließlich einen dynamischen Umbauprozess des Gehirns – also keine Regenerationsfähigkeit, sondern eine Reorganisation von Nervenzellen.
  3. Das NTR legt ein axiomatisches System zu Grunde. Ein Axiom ist eine Grundannahme, die keines weiteren Beweises bedarf. Man kann nicht nicht lernen.

 

Anwendung des NTRUnsere Patient:innen werden in unseren FabIE in modernen Räumlichkeiten untergebracht, die wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden liebevoll gestaltet haben.

Die Behandlung beginnt in der Regel nach der Akutphase im Krankenhaus bzw. nach einer Reha. Wenn die Ergebnisse der Reha keine maßgebliche Verbesserung der Situation des Kranken bringt, kann dieser in eine Fachbetreute-Intensivpflege-Einheit (FabIE®) verlegt werden. Die FabIE® ist eine ambulante, außerklinische Wohnform – im Gegensatz zu einer Beatmungs-WG. Es handelt sich hier um Themenzimmer mit einer speziell auf Koma-Patienten abgestimmten Ausstattung. Der Betroffene muss das Apartment selbst anmieten. Falls die Kosten nicht privat übernommen werden können, werden diese zum Teil oder ganz durch das Sozialamt übernommen. Die Vergütung für die Grund- und Behandlungspflege tragen die Krankenversicherungen.

 

Vorbereitung eines NTR-Trainings

Mit unserem Pflegekonzept NTR gelingt es uns, Patient:innen gezielt zu fördern und deren Potenziale ausschöpfen.Nach der Patientenaufnahme wird eine Stabilisierung der vitalen Situation angestrebt. Zusätzlich kann eine mögliche Sanierung nosokomialer Keime vorgenommen werden. Im Anschluss erfolgt eine maximale Reduktion sedierender Medikamente (vor allem Neuroleptika/Morphiate), aber auch von Sauerstoffgabe und Beatmung. Ist auch dies abgeschlossen, kann mit der therapeutischen Pflege begonnen werden.

Um bestmöglich und individuell auf Patienten eingehen zu können, wird zusätzlich eine umfangreiche Patienten-Biografie erhoben. So ist es möglich, einen individuellen, auf den Patienten abgestimmten Trainingsplan zu erstellen. Dabei umfasst das NTR einen Katalog von Übungen, die aufeinander aufbauen. Alle Übungsteile sind speziell auf die individuellen Möglichkeiten des Lernenden angepasst.

 

Lernen im WachkomaWir sind davon überzeugt, dass auch neurologisch stark beeinträchtigte Menschen alles verstehen und ihre Umgebung wahrnehmen können.

Das eigentliche Lernen erfolgt, sobald eine Aufmerksamkeitsspanne von ca. 15 Minuten erreicht werden kann. Dabei wird auf Automatismen zurückgegriffe die wir als Kinder gelernt haben. Besonders für den Anfang eignen sich Aufzählungen wie beispielsweise Wochentage, ABC, 123 usw. Das Nahziel ist die Erarbeitung eines Ja/Nein Codes, das Fernziel die weitestgehende Rehabilitierung des Patienten. Letzten Endes hängt die Rehabilitationsfähigkeit stark von den verbleibenden Ressourcen des Betroffenen ab.

 

Zugang über Sinne

Dem NTR werden folgende Sinne des Menschen zugrunde gelegt:

  • Fernsinne: Sehen, Höre
  • Nahsinne: Fühlen, Schmecken, Riechen
  • Empfindungen: Temperaturempfinden, Gleichgewichtssinn, Tiefensensibilität, Schmerzempfinden

 

Ethik zum Lernen im Wachkoma

Menschen im Koma sind nicht hirntot. In den meisten Fällen funktionieren die Abläufe im Körper selbständig – wie Herzschlag, Verdauung, oder Regulation der Körpertemperatur. Ein Abschalten im herkömmlichen Sinn ist damit nicht möglich. In vielen Krankenhäusern existieren klinische Ethikkomitees, die den Angehörigen helfen sollen, eine Entscheidung für oder gegen einen Behandlungsabbruch zu treffen. Es ist bisher nicht möglich, eine abschließende Prognose zu treffen, ob ein Outcome möglich ist. Um ein Leben zu gewährleisten sind mindestens drei Dinge nötig: Schutz, Ernährung und Pflege.

Das Neuroplastische Training nach Ramin haben wir gemeinsam mit unseren Pflegekräften entwickelt. Das Konzept kann als Open System betrachtet werden: es ist nie „fertig“ und kann nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnisen immer wieder angepasst und weiter entwickelt werden. Mehr Informationen zum NTR sind auch auf unserer Homepage zu finden.

 

Kontaktieren Sie uns gerne jederzeit, um mehr über unser Pflegekonzept und unsere Arbeit mit Patienten im Wachkoma zu erfahren. Rufen Sie uns an unter 0721 915 81 662 oder schreiben Sie an info@beatmungspflege24.de


Grazyna berichtet über ihre ersten Tage bei der Beatmungpflege24

Quereinstieg in die Beatmungspflege24 - Unsere Mitarbeiterin Grazyna berichtet

Grazyna berichtet über ihre ersten Tage bei der Beatmungpflege24

Unsere Mitarbeiterin Grazyna ist seit Januar 2022 Teil der Beatmungspflege24-Familie. Sie hat sich nach ihrer 3-jährige Ausbildung zur Altenpflegerin dazu entschieden, bei der Beatmungspflege24 zu arbeiten – ohne vorherige Erfahrung in der Intensivpflege oder mit Beatmungsgeräten. Im Interview mit Marcel berichtet sie über ihre Beweggründe und ihre ursprünglichen Bedenken vor dem Start bei der Beatmungspflege24.

Marcel: Hallo Grazyna, du bist nun seit Januar bei uns. Wie bist du damals auf die Beatmungspflege24 aufmerksam geworden?

Grazyna: Ich habe damals meine Berufsausbildung zur Altenpflegerin in einem Pflegeheim gemacht. Im dritten Lehrjahr konnte ich dann meinen Außeneinsatz bei der Beatmungspflege24 absolvieren. Die Arbeit hat mir von Anfang an viel Spaß gemacht und die Kolleginnen & Kollegen waren alle sehr hilfsbereit. Gerade am Anfang war ich noch unsicher, da ich bisher keinerlei Erfahrung mit Beatmungsgeräten hatte. Aber diese Unsicherheit wurde mir schnell genommen – ich habe in der Zeit wahnsinnig viel gelernt.

Marcel: Wie ging es dann bei dir weiter?

Grazyna: Zu einem späteren Zeitpunkt kam Florian (Leiter Beatmungspflege24 Akademie) in meine Pflegeschule (maxQ. Karlsruhe) und hat dort Unterricht gehalten. Das hat mich wieder an die tolle Zeit bei der Beatmungspflege24 erinnert. Nachdem ich meine Ausbildung abgeschlossen habe und drei Monate in einem Pflegeheim gearbeitet habe, habe ich jedoch einiges vermisst: Spaß bei der Arbeit, nette Kolleginnen und Kollegen, respektvoller Umgang im Team und vieles mehr. Auch musste ich 8 bis 10 Patienten gleichzeitig pflegen, sodass ich hier ständig im Stress war und keine Zeit für eine anständige Pflege hatte. Das alles waren Gründe, warum ich mich dann für eine Bewerbung bei der Beatmungspflege24 entschieden habe.

Marcel: Du warst Quereinsteiger und hattest bis dahin noch keine Erfahrung in der Intensivpflege oder mit Beatmungsgeräten. Erzähle uns von deinen ersten Tagen.

Grazyna: Gerade vor meinem ersten Arbeitstag hatte ich natürlich Bedenken. Mit der Intensivpflege oder Beatmungsgeräten hatte ich bis auf die Zeit während meines Außeneinsatzes bei der Beatmungspflege24 nie etwas zu tun. Das war schon nochmal etwas komplett anderes. Aber bereits vom ersten Tag an habe ich mich mindestens genauso wohl gefühlt wie während dem Außeneinsatz. Die Kollegen haben mich sehr nett begrüßt und mir alles erklärt – auch mehrfach. Das hat mir extrem viel geholfen und ich habe mich sehr gefreut.

Marcel: Wie lange wurdest du eingearbeitet, bevor dein erster „eigener“ Dienst anstand?Stressfreies Arbeiten in schönen Räumlichkeiten der Beatmungspflege24

Grazyna: Ich hatte drei komplette Tage Einarbeitung. Die Zeit war genau richtig. Ich konnte viele Fragen stellen und jeder hatte Geduld. Das hat mir alle Bedenken genommen und ich habe mich super vorbereitet gefühlt – auch ohne vorherige Erfahrung mit Absaugen und Beatmungsgeräten. Und nach drei Tagen war es dann endlich soweit: der Wecker klingelte und es war Zeit für meinen ersten Dienst.

Marcel: Möchtest du uns mehr erzählen von deinen ersten „eigenen“ Diensten?

Grazyna: Eigentlich lief alles super. Ich fand es auch schön, dass Jürgen Ramin fast jeden Tag bei mir vorbeigeschaut hat und mir noch viele Dinge über die Intensivpflege und das Familienunternehmen erklärt und erzählt hat. Damit habe ich nicht gerechnet. An einem Tag hatte ich dann auf einmal Probleme mit einem Beatmungsgerät und wusste nicht, wie ich die Fehlermeldung bzw. das Piepsen beheben kann. Aber auch das war kein Problem. Hier bei der Beatmungspflege24 haben wir einen Hintergrunddienst, den man zum Beispiel bei solchen Problemen rund um die Uhr erreichen kann. Dort habe ich dann angerufen und der Kollege hat mir direkt geholfen und mir Schritt für Schritt erklärt, was zu tun ist. Das hat mich beruhigt und hat mir wieder einmal gezeigt, dass ich mich auf mein Team verlassen kann!

Marcel: Das ist schön zu hören. Eine Frage zum Abschluss: Du bist jetzt seit drei Monaten bei uns. Was war bisher dein Highlight?

Grazyna: Also eigentlich gibt es nicht das eine Highlight. Ich bin einfach nur glücklich hier, habe genug Zeit mich um meine Patienten zu kümmern und schätze den Kontakt mit meinen Kollegen. Alle sind immer freundlich und für mich da. Ich erhalte Unterstützung, wenn ich sie brauche – natürlich auch von der Familie Ramin.

Marcel: Liebe Grazyna, vielen Dank für deine Zeit und deine Erzählungen über deinen Start als Quereinsteigerin bei der Beatmungspflege24.

 

 


Mara ist ein Pflegekonzept, welches die Chancen einer nachhaltigen Entwöhnung vom Beatmungsgerät unter Anwendung von ganzheitlichen Methoden steigert.

Teil 2: Sektorübergreifendes Weaning - Man muss sich nur die richtigen Fragen stellen

Ein Beitrag von Jürgen Ramin - Fortsetzung von Teil 1

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Beatmete Patienten müssen von ausgewiesenem Fachpersonal betreut werden – dies grenzt den Raum von infrage kommenden Pflegekräften deutlich ein. Und das bei bereits deutschlandweit vorhandenem Fachkräftemangel in der Pflegebranche. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Auch die Zahl der zu beatmeten Patienten wird sich durch die Corona-Pandemie langfristig drastisch erhöhen. Gerade Corona-genesene Personen landen durch eine Reinfektion anderer Atemerkrankungen schnell am Beatmungsgerät. Entsprechend schwierig wird es sich zukünftig gestalten, eine dem Patienten würdige Behandlung mit angemessenem Betreuungsschlüssel zu gewährleisten. Deshalb müssen dringend neue Konzepte entwickelt werden, um dieser Herausforderung zu entgegnen und die Pflege zu revolutionieren.

 

Sektor… was?

Bereits seit 2020 treffen wir uns mit Fachärzten, um uns „die Frage zu stellen“, was nötig ist, um ein wirklich gutes und erfolgreiches Weaning anzubieten. Wir als Familienunternehmen beschäftigen uns seit Jahren mit der Entwicklung neuer Konzepte, um in der Pflegebranche neue Maßstäbe zu setzen. Unser Ansatz ist ein sektorübergreifendes Weaning, in dem wir das beste aus der ambulanten und stationären Versorgung kombinieren. Das sektorübergreifende Weaning ist der Zusammenschluss einer spezialisierten Pflegeeinrichtung (FabIE®) der Beatmungspflege24 und der ViDia Kliniken, die die Behandlung von Weaningpatienten in einem interdisziplinären Team individuell und optimal gestalten. Dabei bündeln wir die Kompetenzen einzelner Fachbereiche wie Haus- und Fachärzte, Therapeuten, Zulieferer und Krankenhäuser.

 

Wie geht das?

Das hierfür geschaffene Pflegekonzept MARA sieht vor, dass potenzielle Weaningpatienten zur Vorbereitung in unserer FabIE® gepflegt, betreut und speziell für den Prozess trainiert werden. Dabei wird den Patienten in der FabIE® ein persönlicher und individuell gestalteter Wohnraum geboten. Anschließend werden sie für den entsprechenden Zeitraum auf die Intensivstation zur eigentlichen Entwöhnung vom Beatmungsgerät verlegt. Sollte das Weaning zunächst ohne vollständigen Erfolg sein, werden die Betroffenen zur weiteren Betreuung und individuellen Förderung zurück in die FabIE® verlegt. Hier wird nach kritischer Evaluation gegebenenfalls ein weiterer stationärer Weaningversuch initiiert. Bis dahin wird der Patient weiter unterstützt und trainiert. So garantieren wir einen bestmöglichen Behandlungserfolg. Nach der innerklinischen Behandlung erfolgt gegebenenfalls eine Weaningnachbereitung in der FabIE® zur Absicherung des Behandlungserfolgs.

 

Welche Vorteile ergeben sich für Krankenkassen und Gesundheitssystem?

Das sektorübergreifende Weaning verbindet das Beste aus der ambulanten Intensivpflege (Patientenschlüssel 1:3 Tag und Nacht) und der Intensivstation (Patientenschlüssel 1:2,5 Tag bzw. 1:3 Nacht). Zum Vergleich: Auf einer Normalstation gilt ein Pflegeschlüssel von 1:10 bei Tag und 1:20 bei Nacht. Dabei ist festzuhalten, dass diese Zahl in der Praxis sogar zum Teil deutlich überschritten wird. So wird den Krankenkassen und somit der gesamten Gesellschaft eine kostengünstige und zugleich innovative Versorgungsform geboten. Durch die Weaning Vor- und Nachbereitung in der FabIE® lassen sich die Plätze der Intensivstation erweitern, ohne dass mehr Personal notwendig ist. Somit werden die Intensivstationen entlastet. Gleichzeitig wird hierdurch eine kostengünstige Versorgung extrem aufwendiger Patienten in optimaler Qualität gewährleistet. Mit diesem innovativen Pflegekonzept setzt die Beatmungspflege24 Impulse und ist Vorreiter in der Pflege. So schaffen wir es, unsere Patienten und deren Angehörige mit unserer Pflege zu begeistern.


Mara ist ein Pflegekonzept, welches die Chancen einer nachhaltigen Entwöhnung vom Beatmungsgerät unter Anwendung von ganzheitlichen Methoden steigert.

Teil 1: Sektorübergreifendes Weaning - Man muss sich nur die richtigen Fragen stellen

Ein Beitrag von Jürgen Ramin

Beatmungspflege24 - Pflege die begeistert

Man muss sich nur die richtigen Fragen stellen…

Eigentlich kommt es im Leben immer darauf an, die richtigen Fragen zu stellen. In der Medizin, wo uns Menschen vertrauen und wir als Fachleute Verantwortung für unsere Patienten übernehmen, gilt dies im besonderen Maße. Im Oktober 2020 wurde das IPReG (Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz) verabschiedet. Schon der Gesetzentwurf war sehr umstritten und musste mehrfach geändert werden. Für Betroffene und deren Angehörige wurde das Gesetz als maximale Einschränkung ihrer Entscheidungsfreiheit empfunden. Der Gesetzgeber sieht vor, dass bei beatmeten Patienten ein Weaning durchgeführt werden muss – am besten in einer ambulanten oder stationären Einrichtung, wenn nötig auch mehrfach. Ist das nicht ungerecht?

 

Auf was wollten Sie lieber verzichten - Sprechen oder Essen?

In der Beatmungspflege24 versorgen wir schon jahrelang beatmete Patienten und erleben immer wieder, dass die Beatmung grundlegend viele Probleme mit sich bringen kann. So erkranken Patienten immer wieder an Lungenentzündungen, die schnell einen schweren, sogar letalen Verlauf nehmen können. Zudem können Patienten mit einer Trachealkanüle weder essen noch trinken. Man ist wie angebunden und kann sich nur in der Distanz bewegen, die ein Schlauchsystem zulässt – selbst ein vermeintlich einfaches Umdrehen im Bett wird hier schnell zum Problem. Durch die dauerhafte Tracheotomie werden Betroffene regelrecht sprachlos. Die Sprachlosigkeit lässt Menschen resignieren. Sie versuchen nicht einmal mehr, sich zu äußern. Viele werden depressiv, teilnahmslos und ziehen sich in sich zurück.

 

Wäre es nicht schön, wenn all diese Probleme Vergangenheit wären?

Wäre es nicht wenigstens sinnvoll zu versuchen, solche gravierenden Einschränkungen nachhaltig zu verbessern? Durch ein erfolgreiches „Weaning“ kann erreicht werden, dass die Lebensqualität für den Patienten ganz persönlich drastisch verbessert wird. Selbst wenn eine Komplettentwöhnung nicht erreicht werden kann. So ist alleinig der Verzicht auf die Beatmungsschläuche während dem Umsetzen für alle Beteiligten eine große Erleichterung. Das Gefühl, wieder sprechen oder sogar essen zu können, ist unbezahlbar.

 

Wie die Beatmungspflege24 eine erfolgreiche und nachhaltige Entwöhnung vom Beatmungsgerät umsetzt und welche Rolle hierbei die ViDia Kliniken und das Pflegekonzept MARA haben, lesen Sie im zweiten Teil des Blog-Beitrags. Dieser wird nächste Woche (KW10) erscheinen.


Abbildung von Menschenzellen

Long COVID und die Beatmungspflege24

Ein Beitrag von Jürgen Ramin

Long COVID und Behandlungsmöglichkeiten

Von Long COVID spricht man, wenn Betroffene im Zeitraum von vier bis 12 Wochen nach einer Corona-Infektion Beschwerden bekommen oder immer noch haben. Die Symtome können sich dabei z.T. sehr unterschiedlich äußern. Komplikationen können vor allem nach schweren Verläufen einzeln oder gemeinsam auftreten.

Am häufigsten tritt Long COVID im Zusammenhang mit Atemnot nach geringer Anstrengung, Erschöpfung und Müdigkeit, einer eingeschränkten Belastbarkeit (bis hin zum Fatige Syndrom) Muskelschmerzen oder Schlaflosigkeit auf. Hinzu können auch Dinge wie Konzentrationsschwäche, Gedächtnisprobleme, Herzmuskelentzündungen sowie Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen kommen. Viele Betroffene leiden außerdem unter Depressionen.

Gerade bei schweren Verläufen mit Beatmung auf einer Intensivstation muss zum Teil mit hohen Drücken beatmet werden, wobei das Lungengewebe dadurch nachhaltig geschädigt werden kann. In solchen Fällen entsteht ein mögliches Lungenemphysem.

Eine Corona-Erkrankung führt in manchen Fällen zu Microembolien. Dabei werden kleine und kleinste Gefäße in der Lunge verstopft. Das dahinter liegende Gewebe wird dann nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und stirbt ab. Solche Folgen sind irreversibel.

Long COVID erfordert nach der eigentlichen Infektion ein spezielle, auf die Betroffenen abgestimmte Behandlung.

Die Beatmungspflege24 hat Long COVID Patienten schon versorgt. Unser Ziel besteht darin, diese Personen soweit zu mobilisieren, dass sie an einer Reha teilnehmen können. In unseren innovativen Räumlichkeiten der Fachbetreuten Intensivpflege-Einheiten® (FabIE®) garantieren wir Ihnen hierfür beste Voraussetzungen. Dazu muss der Rehabilitand soweit selbstständig sein, dass er kurze Wege selbständig zurücklegen kann um an Therapien teilzunehmen.