Apallisches Syndrom

Kennzeichen:

  1. Bewußtlosigkeit (hierbei ist jedoch Augenöffnen ohne Fixieren möglich)
  2. zunehmende Stabilisierung vegetativer Funktionen
  3. Fortbestehen von Streck-bzw. Beugemechanismen
  4. auf Schmerzreize höchstens Massenbewegungen
  5. motorische Primitivschablonen: Kauen, schmatzen, evtl schlucken.

Außer Patienten mit primärer Hirnstammschädigung, können diese Phase auch Fälle mit langdauernder Bewußtlosigkeit durchlaufen, bei denen initial keine Hirnstammbeteiligung diagnostiziert wurde. Entscheidend ist, daß das apallische Syndrom zwar in einigen Fällen Endzustand, bei den meisten jedoch nur als Durchgangsstadium anzusehen ist. Eine Tendenz der Besserung wird als Remissionsstadium bezeichnet. Es muß unterschieden werden zwischen dem beginnenden und dem eigentlichen Remissionsstadium.


Beginnendes Remissionsstadium:

Das Kardinalsyndrom der beginnenden Remission ist die zunehmende Bewußtseinsaufhellung, tritt allmählich und oft nur angedeutet auf.

a) auf Schmerzreize Übergang der Massenbewegung in ungezielte bzw. gezielte Abwehrbewegungen.
b) erste sichtbare Reaktionen auf energisches Ansprechen, z.B. öffnen der Augen, Hand drücken, Zeigen der Zunge, kurzzeitiges Fixieren, halten von Gegenständen, Mimische Äußerungen sind jedoch nicht zu erwarten.

Wird in dieser Phase nicht mit der Therapie begonnen, besteht die Gefahr, dass der Patient entweder
a) in das vollapallische Syndrom zurückfällt
b) auf der gleichen Stufe stehen bleibt
c) oder nur einen relativ kleinen Entwicklungssprung durchläuft

Hervorstechendes Merkmal der beginnenden Remissionsphase ist das Fehlen von differenzierten geistigen oder körperlichen Funktionen bei extremer Antriebslosigkeit. Erfahrungsgemäß nimmt mit fortschreitender körperlicher Aktivierung auch die geistliche Entwicklung zu.

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