Hilfreiche Infos rund um das Thema Sauerstoff

Nicht nur im Rahmen der Prüfung könnt ihr Kontakt mit Sauerstoff haben. Je nach Pflege- und Versorgungsform habt ihr auch in eurem Pflegealltag Berührung mit Sauerstoff. Es geht nicht nur um Sauerstoff an sich, sondern auch um den Umgang, Verabreichung und die physiologische Sauerstoffversorgung des Menschen.
Im Folgenden hat euch unsere Akademieleitung Florian kurz und knapp die wichtigsten Inhalte rund um das Thema Sauerstoff zusammengefasst.

Viel Spaß dabei!

Sauerstoffflasche

Die "harten Fakten"

Kurz und knapp – das solltet ihr über Sauerstoff wissen:

  • Chemische Abkürzung für Sauerstoff ist O2 und liegt in der Luft und unter Normalbedingungen (keine Temperatur- oder Druckextreme) als farb-/geruchs-/ geschmackloses Gas vor
  • Zusammensetzung der Luft: ca. 21% Sauerstoff, ca.78% Stickstoff und ca. 1% anderen Gase und Edelgase
  • Bei -182,97 Grad Celsius wird Sauerstoff flüssig (Das ist vor allem wichtig für den Pflegealltag in Bezug auf Sicherheitsvorkehrungen, um Kälteverletzungen zu vermeiden)
  • Atemfrequenz (Zahl Atemzüge/Minute) bei Erwachsenen: 12-18
  • Atemzugvolumen als Orientierung bei „Standard“-Erwachsenem ca. 500ml (6-8ml/kg) Achtung: Gewicht bezieht sich auf Normalgröße- und Gewicht: Person x 1,80 m groß – 100 = 80 Kg. Mit diesen 80 kg wird gerechnet.
  • SpO2-Wert (=Schätzung Sauerstoffmenge im Blut eines gesunden Menschen): ca. 98%

Applikationsformen Sauerstoff

Prinzipiell unterscheidet man bei der Sauerstoffverabreichung zwischen drei verschiedenen Formen: Nasensonde, Sauerstoffbrille und Gesichtsmaske. Es können jedoch auch Probleme auftreten. Erfahrt mehr!

Nasensonde

  • Die Sonde wird in einem Nasenloch mittels Schaumgummipolster fixiert
  • Hierbei handelt es sich um ein Niedrigflusssystem
  • Patienten sollten eine adäquate Nasenatmung haben
  • Gasflussmenge 6l/min

Sauerstoffbrille

  • Die Sonde wird mit den Einflussstutzen in beide Nasenlöcher eingeführt und mittels des Schlauchs hinter den Ohren und Kinn fixiert
  • Diese Form ist ebenfalls ein Niedrigflusssystem
  • Der max. Gasfluss liegt laut Literatur bei 6 bis 8 l/min (in der Praxis wird ab 6 Liter auf eine Gesichtsmaske gewechselt)
  • Auch hier sollte eine adäquate Atmung über die Nase stattfinden

Gesichtsmaske

  • Sauerstoff wird über eine Gesichtsmaske verabreicht
  • Maske schließt Mund und Nase ein und wird mit einem Gummiband hinter den Ohren befestigt
  • Optional kann die Maske ein Reservoir haben
  • Diese Applikationsform sollte ab 6l/min Gasfluss gewählt werden

Probleme bei der Sauerstoffapplikation

  • Häufig Irritationen, Wunden oder Infektionen bei längerer Anwendung im Nasen-/Rachen- und Mundraum aufgrund des trockenen Gases
  • Passiert durch ausgetrocknete Schleimhäute, woraus Risse und Mikroläsionen in betroffener Region entstehen = damit Eintrittspforte für Keime
  • Deshalb: Hygieneregeln beachten, Wechselintervalle einhalten, Mund-/ und Nasenpflege durchführen und regelmäßiger Einsatz von Nasensalbe

Wann gebe ich Sauerstoff bzw. wann braucht ein Mensch zusätzlich Sauerstoff?

Nicht immer ist Sauerstoff die beste Lösung. Häufige Fälle, bei denen Sauerstoff hilfreich sein kann, sind:

  • Im Notfall – wenn eine Zyanose erkannt wird
  • Respiratorische Insuffizienz
  • Lungenerkrankungen (Achtung bei COPD! Zu viel Sauerstoff kann tödlich sein)
  • Temporäre Sauerstofftherapie. Z.B. bei Belastung oder nur nachts
  • Langzeit Sauerstofftherapie z.B. bei COPD
Das war's!

Das waren meine (hoffentlich hilfreichen) Tipps und Infos rund um das Thema Sauerstoff. Ich hoffe, euch hilft das Wissen im Pflegealltag und auch im Examen weiter!

Wenn ihr mehr über meine Arbeit bei der Beatmungspflege24 erfahren möchtet, dann besucht gerne die Seite der Beatmungspflege24 Akademie 🙂

Die Akademie wird von Florian Langgärtner geleitet.